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Hörsturz

Was ist das? - Definition
Als Hörsturz bezeichnet man eine plötzlich auftretende, meist einseitige Schwerhörigkeit oder Taubheit. Unterschieden wird zwischen einem Hörsturz mit nicht nachgewiesener Ursache, einem so genannten idiopathischen Hörsturz und dem symptomatischen Hörsturz, der ein Symptom einer anderen Grunderkrankung darstellt.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
- akuter Hörverlust
- Sudden deafness
- Angina pectoris des Innenohrs

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen für einen Hörsturz können sein:
- Durchblutungsstörungen im Innenohr. Diese können verschiedene Auslöser wie z.B. Stress, plötzlicher Blutdruckabfall oder gestörte Fließfähigkeit des Blutes durch Verklumpung der roten Blutkörperchen haben.
- Virusinfektionen, unter anderem auch bei HIV-Infektion
- Infektion mit Borrelien, einer Bakterienart
- Autoimmunreaktion, d.h. Bildung von Abwehrstoffen auf körpereigene Substanzen.
- Erhöhter Innenohrdruck, der zum Austritt von Flüssigkeit aus dem Innenohr in das Mittelohr führt
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte
- Nebenwirkung einer Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten
- Funktionsstörungen im Bereich der Halswirbelsäule
In den meisten Fällen kann jedoch keine Ursache gefunden werden.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Beim Hörsturz tritt plötzlich und meist nur auf einem Ohr Schwerhörigkeit oder Taubheit auf. Die Patienten haben das Gefühl "Watte im Ohr" zu haben. Sie leiden oft zusätzlich unter Ohrgeräuschen ("Tinnitus") und einem Druckgefühl im betroffenen Ohr. In manchen Fällen treten begleitende Symptome auf, wie Schwindelgefühl, eine verstärkte Hörschärfe, die sich als erhöhte Lärmempfindlichkeit unangenehm bemerkbar macht, und ein pelziges Gefühl um die Ohrmuschel.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Da es eine breite Palette möglicher Ursachen gibt, bzw. in vielen Fällen über die Ursachen nur spekuliert werden kann, ist es notwendig, dass die Therapie sehr individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt wird. In vielen Fällen kann durch eine schnelle Infusionstherapie, mit dem Ziel die Durchblutung zu verbessern, eine teilweise oder komplette Heilung herbeigeführt werden. Auch spontane Heilungen sind möglich. Am hartnäckigsten sind in den meisten Fällen jedoch die Ohrgeräusche. Sie bleiben oft erhalten, unter Umständen ein Leben lang.
Sind die Symptome abgeklungen, aber bestehen Risikofaktoren wie z.B. andauernder Stress, Funktionsstörungen im Bereich der Halswirbelsäule oder Stoffwechselerkrankungen weiter, kann die Erkrankung erneut auftreten.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
- Ähnlich wie beim Hörsturz können auch beim Bestehen eines Pfropfens aus Ohrschmalz oder bei einem Tubenkatarrh Schwerhörigkeit, Druckgefühl im Ohr und Ohrgeräusche auftreten.
- Halswirbelsäulenveränderungen ("HWS-Syndrom") können Innenohrschwerhörigkeit und Tinnitus, aber meist auch Schwindel, hervorrufen.
- Morbus Menière, eine spezielle Erkrankung des Innenohrs, äußert sich ebenfalls mit Schwindel, Hörstörungen und Tinnitus, wobei der Schwindel jedoch typischerweise als eine plötzliche und heftige Schwindel-Attacke auftritt.
- Ein spezieller Tumor des Kleinhirns entwickelt sich langsam mit Hörstörungen und Tinnitus. Schwindel tritt normalerweise nicht auf.

Verhaltenstipps
- Stress (privat oder beruflich) ist ein häufiger Auslöser und sollte reduziert werden. Das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenem Training kann hilfreich sein.
- Nikotin führt zu schlechterer Durchblutung und sollte vermieden werden
- Wurde eine andere Grunderkrankung als Ursache festgestellt, muss diese auf jeden Fall konsequent behandelt werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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