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Gallensteine

Was ist das? - Definition
Gallenteine entstehen, wenn die Bestandteile der Gallenflüssigkeit auskristallisieren. Die Steine können sowohl in der Gallenblase als auch in den Gallenwegen sitzen.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
- Cholelithiasis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die grüne Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet. Sie setzt sich zusammen aus Cholesterin und Bilirubin. Bilirubin, das der Flüssigkeit auch seine Farbe gibt, entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen.
Die Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase gespeichert, welche an der Unterseite der Leber im rechten Oberbauch sitzt. Wir brauchen die Flüssigkeit zur Fettverdauung. Bei fettem Essen wird sie über einen Gang in den Zwölffingerdarm geleitet.
Gallensteine entstehen, wenn Stoffe wie Cholesterin oder Bilirubin, die normalerweise in der Galle gelöst sind, auskristallisieren. Diese Kristalle wachsen und bilden verschieden große Steine, die einzeln oder zu mehreren gefunden werden können.
Das Gallensteinleiden gehört zu den häufigsten Krankheiten in den westlichen Industrienationen. Etwa jeder zehnte Erwachsene hat Gallensteine, Frauen sind dreimal häufiger betroffen. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.
Verschiedene Faktoren oder Umstände, die so genannten Risikofaktoren, begünstigen die Bildung von Gallensteinen. Der wichtigste Risikofaktor ist das Übergewicht. Doch auch infolge einer Schwangerschaft, bei Zuckerkrankheit oder auf Grund einer genetischen Veranlagung können sich Steine bilden. Die insgesamt am häufigsten betroffene Bevölkerungsgruppe sind ältere übergewichtige Mütter.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die weitaus meisten Gallensteine sind klinisch stumm, das heißt sie verursachen keinerlei Beschwerden und werden rein zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Gelegentlich beklagen die Patienten Oberbauchbeschwerden bei fettem Essen, Eierspeisen, Kaffee oder ähnlichem.
Das typische Symptom ist die Gallenkolik. Diese wird oft durch fettes Essen ausgelöst. Dabei wird die Gallenblase stark gereizt und es wird viel Gallenflüssigkeit ausgeschüttet. Mit der Gallenflüssigkeit wird einer oder mehrere Steine in die Gallengänge gespült. Bleibt der Stein in den Gallengängen hängen, treten starke, kolik- oder wehenartige Schmerzen im rechten Oberbauch, oft mit Ausstrahlung in die rechte Schulter auf, meist begleitet von Übelkeit und Erbrechen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Liste der Komplikationen bei Gallensteinleiden ist groß, auch wenn diese Probleme natürlich bei weitem nicht bei jedem auftreten müssen. Gallensteine, die Beschwerden verursachen, sollten operativ entfernt werden, bevor es zu schlimmeren Komplikationen kommt:
- Die weitaus häufigste Komplikation ist die Gallenblasenentzündung. Wie bei einer Gallenkolik treten plötzliche Schmerzen, verbunden mit Fieber und erhöhten Entzündungswerten im Blut auf.
- Platzt die Gallenblase auf Grund der starken Entzündung, entleert sich das eitrige Sekret in die Bauchhöhle und es droht eine gallige Bauchfellentzündung.
- Bei wiederholten, oft weniger dramatischen Entzündungen kann eine chronische Gallenblasenentzündung entstehen. Die Gallenblasenwand ist entzündlich verdickt, bei Einlagerungen von Kalk in die Wand spricht man von einer Porzellangallenblase. Bei Veränderungen dieser Art besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich ein Gallenblasenkrebs entwickelt.
- Verschließt ein Stein den Gallengang, kann die Galle nicht mehr abfließen. Folge ist eine Gelbsucht infolge der erhöhten Bilirubinspiegel im Blut. Weil die Gallensäuren, welche unserem Stuhlgang seine typische Farbe geben, nicht ausgeschieden werden können, wird der Stuhlgang ganz hell. Auf der anderen Seite aber färbt sich der Urin bierbraun, weil Bilirubin mit dem Harn ausgeschieden werden muss.
- Eine der häufigsten Ursachen der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Steine im Gallengang. Gemeinsam mit dem Gallengang mündet der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm. Ist dieser Abflussweg durch einen Gallenstein verschlossen, staut sich der Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse (Pankreassaft) mit der Folge, dass die Drüse entzündet.
- Im Rahmen örtlicher Entzündungsprozesse kann es zur Verklebung von Gallenblase und Zwölffingerdarm kommen. Platzen diese aneinandergeklebten Wände, gelangt der Gallenstein in den Zwölffingerdarm. Der Stein wandert mit dem Stuhlgang bis zum Beginn des Dickdarms und bleibt dort hängen. Es entsteht ein Darmverschluss.


Was kann sonst noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Auch bei einem Magengeschwür kommt es zu Schmerzen im Oberbauchbereich. Diese sind aber eher stechend als kolik- oder wehenartig.
Bleibt ein Nierenstein im Harnleiter stecken, kommt es ebenfalls zu kolik- oder wehenartigen Schmerzen. Im Gegensatz zur Gallenkolik strahlen diese aber in Richtung Blase aus.
Aber auch Erkrankungen von Organen im Brustkorbbereich können Schmerzen im Oberbauch verursachen, so zum Beispiel ein Herzinfarkt, eine Lungenentzündung oder eine Lungenembolie.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
- Starke Schmerzen aufgrund einer Gallenkolik oder einer Gallenblasenentzündung sollten von einem Arzt behandelt werden.
- Bei einer Gallenkolik lindern feuchtwarme Wickel die Schmerzen: ein Tuch wird in heißes Wasser gelegt, ausgewrungen und so heiß wie möglich auf den rechten Oberbauch gelegt - Vorsicht vor Hautverbrennungen!
- Bei einer Gallenblasenentzündung dagegen ist lokale Kühlung angezeigt, zum Beispiel mit in kaltem Wasser gekühlten Tüchern.


Bearbeitungsstand: 13.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.