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Tourette-Syndrom

Was ist das? - Definition
Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die durch das Auftreten von so genannten Tics gekennzeichnet ist. Tics sind plötzliche, schnelle, sich wiederholende, stereotype Bewegungen.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Gilles-de-la-Tourette-Syndrom

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Die Ursache der Tourette-Störung ist bislang nicht geklärt worden. Forscher gehen von einer Überfunktion der Nervenzellen aus, die bei der Parkinsonkrankheit eine Unterfunktion zeigen. Daneben sind vermutlich aber mehrere weitere Regelkreise im Gehirn betroffen.
60 Prozent der Betroffenen haben ein Familienmitglied mit Tourette-Syndrom. Vermutlich ist die Erkrankung vererbbar. Dabei sind Frauen weniger häufig betroffen als Männer, leiden aber häufiger an psychiatrischen Begleiterkrankungen.
Neuere Hinweise deuten darauf hin, dass die Tourette-Störung möglicherweise durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst werden könnte.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Betroffenen erleben einen Zwang, so genannte Tics auszuführen, die sie unter Aufbau einer inneren Spannung vorübergehend unterdrücken können. Zum Beispiel Missempfindungen in der betroffenen Körperregion führen dann doch zum Ausführen der Bewegung.
Tics können unscheinbar (einfach) sein oder komplexe Bewegungsmuster integrieren. Beispiele sind:
   - Augenrollen, Zwinkern, Schulterzucken, etc.
   - Laute ohne Bedeutung: Schmatzen, Pfeifen, Rülpsen, etc.
   - Wiederholen von gehörten Lauten oder Worten
   - Ausschreien vulgärer Sprache: Schimpfwörter, Obszönitäten
   - koordinierte Bewegungen wie ständiges Auf- und Absetzten der Brille oder durch das Haar fahren
   - Zwang, Dinge oder andere Menschen zu berühren
   - selbstgefährdende Handlungen wie Herumspringen oder Kopf gegen die Wand stoßen.
Zur Diagnose der Tourette-Störung müssen vorliegen:
   - Mehrere Tics im Verlauf der Erkrankung.
   - Tägliches und mehrmaliges Auftreten von Tics über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr.
   - Regelmäßiger Wechsel in der Anzahl, der Frequenz, der Art und dem Ort der Tics mit wechselnden Symptomen.
   - Auftreten vor dem 21. Lebensjahr.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Erkrankung beginnt meist im Kindesalter zwischen dem 2. und 15. Lebensjahr. Oft werden die anfänglichen Tics als Nervosität fehlinterpretiert.
Einige Patienten weisen aber zusätzliche Symptome wie eine Zwangsstörung oder als Kinder eine Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung auf. Durch die Erkrankung kann es zu Ausgrenzung kommen, die dann durch Ãngstlichkeit, Depression oder Gefühlsausbrüche beantwortet werden.
Um das zwanzigste Lebensjahr verschwinden die Symptome der Tourette-Störung oft von selbst oder werden deutlich weniger.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Dystonien und Myokloni sind Bewegungen oder Krämpfe in der Muskulatur. Sie lassen sich im Gegensatz zu Tics nicht willkürlich hinauszögern.
Bei psychischen oder psychiatrischen Erkrankungen können ebenfalls ähnliche Symptome auftreten.


Verhaltenstipps
Die meisten Menschen mit Tics oder einer Tourette-Störung sind relativ wenig beeinträchtigt und benötigen keine medikamentöse Behandlung. Wichtig ist es, Eltern und Lehrer über das Wesen und die Ursachen der Störung aufzuklären.
Es gibt Faktoren, die die Tics verstärken können wie:
   - Anstrengung oder Aufregung
   - Sport und Hitze
   - Müdigkeit
   - Koffeingenuss
   - bestimmten Medikamente.


Bearbeitungsstand: 23.07.2008

Quellenangaben:
Gleixner, Müller, Wirth, Neurologie und Psychiatrie, Med. Verlags. -Informat., (2000) - Rampello u.a., J Neurology, Springer, (2006), 253: 1-15 - Ceballos-Baumann, Bewegungsstörungen, Thieme, (2005) - von Berlit, Klinische Neurologie (Berlit), Springer, (2005), Aufl. 2


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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