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Cholera

Was ist das? - Definition
Die Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch die Ansteckung mit Bakterien entsteht und vor allem in Ländern mit niedrigen Hygienestandards auftritt. Mehr als sechs Millionen Menschen erkranken, 100000 sterben jährlich daran. In den vergangenen 120 Jahren gab es sieben große regional begrenzte Cholera-Seuchen, eine davon in Hamburg. Voraussetzung für die Cholera-Erkrankung sind heute schlechte hygienische Zustände und ein bereits geschwächtes Immunsystem. Deshalb befällt Cholera kaum Touristen.



Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Der Erreger der Cholera, Vibrio cholerae, ist ein im Wasser lebendes Bakterium. Man kann sich durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel, vor allem Meeresfrüchte, anstecken.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
   - Bei vielen Infizierten macht sich eine Cholera-Infektion gar nicht bemerkbar. Die Gefahr dabei ist, dass der Infizierte dadurch noch weitere Menschen anstecken kann.
   - Bei einem bestimmten Erregertyp verläuft Cholera mit leichtem bis mittleren Durchfall, der Stunden bis Tage nach der Infektion auftritt. Dabei lässt sich der Durchfall nicht von anderen Formen des Durchfalls unterscheiden.
   - Das klassische Zeichen von Cholera ist der reiswasserartige Durchfall, also milchig-weiß gefärbter, dünner Stuhlgang, der 20- bis 30mal pro Tag auftritt. Das Erkrankungsbild ist dramatisch: Neben dem ständigen, massiven Durchfall kommt es zu Erbrechen, Wadenkrämpfen, Blutdruckabfall und schließlich Bewusstlosigkeit. Manchmal sinkt die Körpertemperatur bis auf 20°C ab.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Erreger der Cholera produziert einen Giftstoff (Toxin), der den Zellstoffwechsel der Darmzellen durcheinander bringt. Ãhnlich wie Mittel gegen Verstopfung erhöhen die Choleratoxine die Konzentration eines körpereigenen Signalstoffs, der den Einstrom von Chlorid-Ionen, Natrium-Ionen und in der Folge auch Wasser in den Darm verursacht. Was bei Mitteln gegen Verstopfung kontrolliert geschieht, ist bei der schweren Form der Cholera völlig außer Kontrolle: In einer Stunde kann so bis zu ein Liter Wasser durch den Darm verloren gehen. Dadurch kommt es zum Mangel an wichtigen Mineralstoffen (Elektrolyte), was zu Krämpfen führt.
Durch den hohen Wasserverlust kommt es schnell zu Blutdruckabfall und erhöhtem Pulsschlag. Der Arzt nennt diesen Zustand einen Schock. Der Schock ist ein ernstes Krankheitsbild, weil durch längere Zeit im Schockzustand auch andere Organe geschädigt werden, zum Beispiel die Niere. Deshalb ist eine schnelle Behebung des Flüssigkeits- und Mineralstoffmangels durch die Vene (Infusionen) erforderlich.
Bereits durch Trinken einer speziellen Mineralstoffkombination aus der Apotheke, die die für den Körper ideale Zusammensetzung an Elektrolyten enthält, wird der Verlauf der Erkrankung gemildert.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Viele andere ansteckende Darmerkrankungen haben Durchfall als Symptom. Wenngleich der Reiswasserstuhl nahezu beweisend für die Cholera ist, können bei weniger schweren Formen auch andere Infektionserreger, etwa Salmonellen, zu Grunde liegen. Die Salmonelleninfektion tritt ähnlich schnell und plötzlich wie Cholera auf.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
   - Allgemeine Hygienemaßnahmen reichen zur Prävention der Cholera aus.
   - Cholera muss unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Daneben muss bereits der Verdacht auf eine Cholera-Infektion den Behörden gemeldet werden.
   - Gegen Cholera kann man sich schützen. Eine Impfung bietet zumindest teilweise Schutz vor der Cholerainfektion. Leider ist sie schlecht verträglich und hält nur bis zu einem halben Jahr an. Empfohlen wird die Impfung deshalb nur, wenn sie für das Reiseland vorgeschrieben ist.


Bearbeitungsstand: 16.07.2004

Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, (2005) - Ullmann u.a., Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, (2001), 4. Aufl.


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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