Als eine Allergie wird eine überschießende und unerwünschte heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet, auf die der Körper mit Entzündungszeichen und der Bildung von Antikörpern reagiert.
Bei einigen Menschen spielt das Immunsystem verrückt. Statt nur schädliche Krankheitserreger zu bekämpfen, stürzt sich die Immunabwehr auch auf harmlose Fremdlinge wie Blütenpollen, Hausstaub oder bestimmte Nahrungsmittelbestandteile: der Körper reagiert allergisch. Die Neigung zu einer solchen Reaktion ist wahrscheinlich angeboren.
Jeder dritte Deutsche ist Allergiker, schätzt der Ärzteverband Deutscher Allergologen - Tendenz steigend. Warum Allergien in den Industrienationen stetig zunehmen, ist unbekannt. Jedoch scheinen besonders hygienische Lebensverhältnisse die Entstehung von Allergien im Kindesalter zu begünstigen. Denn in Regionen mit einfacheren hygienischen Standards treten Allergien deutlich seltener auf. Offenbar verpassen Schmutz und harmlose Keime in der Kindheit dem Immunsystem erst den richtigen Schliff.
Familiäre Veranlagung ist entscheidend
Das höchste Risiko, eine Allergie zu entwickeln, nämlich 60 bis 80 Prozent, haben die Kinder, deren beide Elternteile die gleiche atopische Erkrankung haben. Liegt weder bei Mutter noch Vater eine Allergie vor, sinkt es auf 15 Prozent.
Ob es zum Krankheitsausbruch kommt, hängt von den Bedingungen ab, in denen ein Kind aufwächst. Sowohl eine zu frühe als auch eine zu intensive Auseinandersetzung mit potenziellen Allergenen - wie in Lebensmitteln, Tierhaaren, Hausstaubmilben und Pollen - spielen dabei eine wesentliche Rolle. Daneben werden Umwelteinflüsse wie Zigarettenrauch und Luftschadstoffe in Innenraum und Außenluft für die Entwicklung einer Allergie verantwortlich gemacht.
Da die genetische Veranlagung nicht beeinflusst werden kann, setzen Maßnahmen zur Allergie-Prävention bei Risikokindern an den relativ einfach zu modifizierenden Einflussfaktoren an. Aktives und passives Rauchen bereits während der Schwangerschaft und selbstverständlich auch nach der Geburt ist einer der wesentlichen Faktoren für die Entwicklung einer Allergie oder Asthma.
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